Meggi bewegt

Meggi hat echt Sportsgeist! Doch die Powerfrau weiß, dass alles im Leben ein Wechselspiel von Anspannung und Entspannung ist – und wie wichtig es ist, dieses in Balance zu halten. Die Vitaltrainerin arbeitet seit elf Jahren im Golserhof und hält die Gäste auf sanfte Weise in Atem.

Was ist dein Beruf und welche Aufgaben umfasst er? 

 

Ich bin Vitaltrainerin – also im Grunde ausgebildete Fitnesstrainerin und Yogalehrerin. „Vitaltrainerin“ klingt aber sanfter, finde ich, und bringt besser zum Ausdruck, worum es mir wirklich geht: Menschen in ihre natürliche Kraft zu bringen – nachhaltig und ganzheitlich – und sie auf ihrem Weg zu mehr Vitalität ein Stück zu begleiten. Deshalb reicht mein Angebot über klassische Fitness-Sessions hinaus bis hin zum Waldbaden. Die persönliche Begleitung im 1:1-Setting mag ich besonders gern. Jeder Körper tickt anders und jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte mit. Ich mag es, genau darauf individuell einzugehen.

 

Wie bist du dazu gekommen? 

Der Anfang kam ganz unerwartet. Ein Bekannter fragte mich, ob ich seinen Turnkurs übernehmen könnte – und ich sprang kurzerhand ein. Nach dieser einen Stunde war mir klar: Genau das will ich machen. Und zwar richtig. Beruflich, mit ganzem Herzen.

Zwar stützt sich die Basis meiner Arbeit auf meine Ausbildungen, doch die wertvollsten Lektionen habe ich draußen gelernt: beim Barfußgehen, beim Bergaufwandern und beim bewussten Durchatmen im Wald. Ich bin im Passeiertal mit sechs Geschwistern aufgewachsen. Als Nesthäkchen habe ich früh gelernt, mich durchzusetzen und körperlich mitzuhalten. Der Wald war mein Abenteuerspielplatz, Trainingsraum und Rückzugsort zugleich. Natur und Bewegung gehören für mich untrennbar zusammen – das weiterzugeben, ist das Schönste an meinem Beruf.

Warum übst du ihn im Golserhof aus? 


Ich fühle mich hier einfach richtig wohl. Ich darf mich entfalten, meine Ideen einbringen und spüre viel Rückhalt – das motiviert mich, wiederum andere zu motivieren. Bewegung und Fitness sind im Golserhof ein fester Bestandteil des Hotelerlebnisses. Es geht hier um mehr als nur gut zu essen und schön zu wohnen. Die Gäste sollen sich rundum – und von innen heraus – wohlfühlen und dieses Gefühl mit nach Hause nehmen. Achtsamkeit spielt dabei eine zentrale Rolle. Genau deshalb arbeite ich so gerne hier – weil es meinen Werten entspricht.

Was möchtest du den Menschen im Golserhof mitgeben?

Ich möchte Menschen inspirieren – ja, motivieren –, aktiv im Leben zu stehen und sich wieder rundum lebendig zu fühlen. Was ich immer sage: „Ausi in die Natur!“ Sie öffnet Herz und Geist und stärkt den Körper. Gerade das Waldbaden berührt viele Menschen auf besondere Weise. Ich lade sie ein, zu entschleunigen und die Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen. Wer sich darauf einlässt, kann aus dem Wald sehr viel Kraft schöpfen.

Woran erkennst du, dass jemand wirklich bei sich ankommt?


„Bei Massagen ist das besonders deutlich. Zuerst verändert sich die Atmung, dann der Gesichtsausdruck. Wenn jemand unter den geschlossenen Augenlidern nicht mehr blinzelt, weiß ich: Das Denken hat aufgehört. Das braucht Zeit. Mit den Jahren spürt man das Eintreten der Entspannung beim Gegenüber immer feiner – das Gewebe verändert sich, alles wird weicher, lockert sich. Das schönste Geschenk für eine Masseurin ist es, wenn ein Mensch wirklich loslässt.

Eine Massage öffnet oft mehr als nur den Körper. Manchmal fließen Worte, manchmal Tränen. Berührungen berühren eben auch im Inneren. Es geht immer darum, zu spüren, was die Person in diesem Moment braucht und sich auf sie einzulassen. Das ist heilsam. Für beide Seiten!”

Und wie ist das bei den Saunaaufgüssen?

In der Sauna spielen Düfte eine große Rolle. Aromatherapie kann beruhigen oder beleben – besonders in lichtarmen Monaten arbeite ich gern mit Kopf- und Herznoten, zum Beispiel Zitrusdüften, um die Stimmung aufzuhellen. Bei Aufgüssen merkt man sehr schnell, wie Menschen sich entspannen und welche Wirkung sie haben können: Man muss sich mal vorstellen: In etwa zwölf Minuten wird der Körper entgiftet – es gibt kaum einen schnelleren Weg. Das Wohlbefinden steigt. Sogar nachhaltig.“
  

Wie sorgst du selbst für Balance und Regeneration im Alltag?

Was bedeutet „Fitness“ für dich – jenseits von Muskelaufbau und Kalorien?


Zu Fitness gehören Atmen und Fühlen immer dazu – in allen Bereichen, nicht nur beim Yoga. Es geht nicht darum, sich auszupowern, sondern beweglich zu bleiben – außen wie innen. Wer gut atmet, sich im eigenen Körper zuhause fühlt und achtsam in Bewegung ist, stärkt nicht nur Muskeln, sondern auch Schlaf, Immunsystem und inneres Gleichgewicht. Oft ist es gerade das Sanfte, das langfristig den größten Unterschied macht.

Wie motivierst du die Gäste, die eigentlich „nur entspannen“ wollten? Was ist die häufigste Ausrede – und wie begegnest du ihr? 
Bewegung ist oft der beste Weg zur Entspannung. Denn Entspannen bedeutet nicht unbedingt Stillstand, sondern im eigenen Körper anzukommen. Viele Gäste sind grundsätzlich offen, Neues auszuprobieren – meist hält sie nur die Sorge zurück, nicht mithalten zu können. Selbst im Urlaub sind Leistungsdenken und Zeitdruck mit im Gepäck. Doch Zeit ist meist eine Frage der Priorität – und Ausreden finden wir alle schnell.  Nach der Bewegung sind die Menschen fast immer glücklicher als davor. Und wer das einmal spürt, bleibt viel leichter dran – besonders in der Gruppe.

Wenn Gäste nur einen einzigen Fitness-Tipp mit nach Hause nehmen könnten – welcher wäre das?

Jeder Mensch ist unterschiedlich, aber grundsätzlich gilt: langsam starten, dranbleiben, bewusst atmen. Und Fitness als Akt der Selbstfürsorge verstehen. Bewegung ist ein Geschenk an das eigene Wohlbefinden. Wer sich in seinem Körper wohlfühlt, nimmt auch seine Fältchen leichter an, weil das Grundgefühl stimmt.