Wenn Steine reden könnten...
In Stein und Fels verewigt, überliefern uns Burgen und Schlösser vielleicht mehr als andere Sehenswürdigkeiten die Geschichten und Geschicke einer Gegend. Bedeutend wurden die Schlösser in Südtirol im zehnten und elften Jahrhundert, als die Vasallen des Etschtals ihren Kampf gegen die Autorität der Bischöfe und Grafen von Trient, Brixen und Chur aufgenommen hatten und sich von ihren Abhängigkeiten freimachen wollten. Nach dem Tod von Margharete Maultasch, der letzten Gräfin von Tirol, erbten die Habsburger 1363 die gesamte Gegend, und damit begann der langsame Untergang dieser Tiroler Burgen und der Herrschaft ihrer Besitzer. Viele der Schlösser in und um der Kurstadt - die meisten im Villenviertel Obermais- befinden sich in Privatbesitz und sind sogar bewohnt. Nur wenige können besichtigt werden.
Schloss Rundegg
Hotel und Beautyfarm. Der wuchtige Viereckturm mit Walmdach, der weiße Anstrich mit den rot-weißen Fensterläden und die sorgfältig angelegten Parkanlagen, die das Schloss umgeben, sind Kennzeichen des Ansitzes. Anfang des 18. Jahrh. hat das Schloss eine kuriose Familiengeschichte miterlebt: Der damalige Besitzer, ein Baron Paravicini, stolzer Vater einer umfangreichen Nachkommenschaft, verstarb im Alter von 104 Jahren. Einen Monat nach seinem Tod brachte seine vierte Ehefrau sein letztes Kind zur Welt. Dieses biologische Wunder schreiben die Meraner dem gesunden Klima des Ortes zu. Heute beherbergt das Schloss einen luxuriösen Hotelbetrieb und eine international besuchte Wellness-und Beautyabteilung.
Schloss Winkel
In Obermais. Bewohnt und im Privatbesitz. Der stattliche Renaissancebau und ehemalige Guts-und Weinhof ging in den vergangenen Jahrhunderten durch etliche Besitzerhände, sogar jene der Erzherzogin Claudia de Medici. Aber erst mit einer Familie aus Trient ist der Burgfrieden in seine mächtigen Mauern eingezogen. Mit viel Aufwand, Sorgfalt und Verständnis für die Details wurde das Schloss im Jahre 1955 renorviert und neu eingerichtet. Das Hauptgebäude ist geprägt vom viereckigen, barocken Treppenturm mit Kuppel und Laterne.
Die Brunnenburg
Die ursprüngliche Brunnenburg wurde vermutlich im Jahre 1241 von Wilhelm Tarant erbaut, der sich ab 1253 "Von Brunnenburg" nennt und somit der Burg ihren Namen gab. Seit diesem Zeitpunkt bis anfangs dieses Jahrhunderts, wechselte die Brunnenburg eine Vielzahl von Besitzern. Dennoch beschrieben die Chroniken bereits im 17. Jahrhundert die Burg als Ruine. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde sie zum Bauernhof umfunktioniert. Nach fast hundert Jahren im bäuerlichen Besitz, verfiel die Brunnenburg gänzlich. Im Jahre 1904 wurde die Ruine von einem reichsdeutschen Burgenliebhaber gekauft und ohne Rücksichtnahme auf ihren früheren Baustil wieder im neugotischen Stil aufgebaut. Heute befindet sich in der Brunnenburg das Landwirtschaftsmuseum, in dem man vieles über das schwere Leben der Hochgebirgsbauern erfahren kann. Das Museum wurde vom Burgherrn Siegfried von Rachewitz, dem Enkel des amerikanischen Dichters Ezra Pound, gegründet und heute von ihm geführt. Link -->
Zenoburg
ist eine nur teilweise restaurierte Ruine, in Privatbesitz und nicht öffentlich zugänglich.Die Zenoburg wurde auf einem Granitfelsblock erbaut. Unter ihr, in 70 m Tiefe, befindet sich die Passerschlucht. Der Bau des Felsenschlosses entstand in der spätrömischen Zeit und diente der Kontrolle des Einganges ins Passeiertal. Vermutlich beherbergte die Burg damals römische Legionäre. Der Bergfried mit seinen zwei quadergerahmten Rundbögen und den Doppelbögenfenstern erinnert noch an das ursprüngliche Erscheinungsbild eines Wehrbaus. Erhalten geblieben sind auch die antiken Reliefs mit dem Tiroler Adler und den Lindenbaum als Hochsitzzeichen.
Schloss Schenna
Über der 6 km von Meran entfernten Ortschaft Schenna ragt das massige gleichnamige Schloss auf. Es wurde 1346 von Petermann von Schenna, dem Burggrafen von Tirol, höchstwahrscheinlich auf den Resten einer älteren Burganlage erbaut; davon zeugen noch die unter dem Dach vermauerten romanischen Fensterwände im südlichen Wohntrakt. Im Winter 1422/23 wurde die Burg wochenlang vom Tiroler Herzog Friedrich mit der leeren Tasche belagert und letztendlich auch erobert. Im Laufe der Jahrhunderte wurde Schloß Schenna von den verschiedenen Besitzern immer wieder renoviert und so allmählich verändert. Im 16. Jahrhundert wurde die Schlosskapelle restauriert, deren Unterbau der Rest einer romanischen Doppelkapelle ist; zur gleichen Zeit baute man auch einen Treppenturm, in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts kam die Steinbrücke hinzu. Erzherzog Johann kam 1844 in Besitz der Burg, welche durch seinen Sohn gegen Ende des vorigen Jahrhunderts durch eine umfangreiche Sammlung von Waffen, Gemälden, Jagdtrophäen und antiken Möbeln bereichert wurde. Schloss Schenna ist eine der wenigen Burgen der Umgebung Merans, die nie verlassen wurden und so nicht zur Ruine verkamen. Neben dem Schloss steht das im neugotischen Stil errichtete Mausoleum, in dem Erzherzog Johann und seine Familie beigesetzt wurde.
Schloss Lebenberg
Schloss Lebenberg liegt über der Ortschaft Tscherms auf einem strategisch gut gewählten Hügel und wurde wohl in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts von den Herren von Marling erbaut. Die Burg ist auch heute noch bewohnt. 1426 ging die Burg an die Herren von Fuchs über, die 1828 ausstarben und für die vielen baulichen Veränderungen, unter anderem für die Vergrößerung der gesamten Anlage, verantwortlich waren. Im 15. Jahrhundert wurde auch die Kapelle wieder aufgebaut, die dem Hl. Stephan geweiht ist. Die heutigen Besitzer, die Familie von Rossem, hat die Rittersäle und Zimmer nach alten Beschreibungen, Plänen und Inven-tarsregistern eingerichtet. Sehenswert sind unter anderem der mit venezianischen Spiegeln eingerichtete Spiegelsaal und der napoleonische Saal mit einem Kachelofen gleichen Stils.
Andreas Hofer Museum
Am Sandhof in St. Leonhard in Passeier, der engsten Heimat des Freiheitskämpfers Andreas Hofer (1767-1810), entsteht das MuseumPasseier.
Andreas Hofer und der Tiroler Aufstand von 1809 bilden anhand eines animierten Dokumentarfilmes und vieler originaler Ausstellungsstücke den Schwerpunkt im ehemaligen Stall des Wirtschaftsgebäudes.
Im darüberliegenden Stadel ist eine umfangreiche Sammlung zur Volkskunde des Passeiertales untergebracht (Tracht, Möbel, Kunst, Volkskunst, Volksfrömmigkeit, Volksmedizin, Bräuche, bäuerliches Leben, Transport, Handwerk, Persönlichkeiten).
Ein Hörraum bietet individuellen Zugang zu Musik, Sagen, Volkserzählungen und zur Literatur des Tales.
Der Freilicht-Bereich mit zahlreichen übertragenen Gebäuden vom 16. bis 19. Jahrhundert, einem ausgestatteten typischen Passeirer Haufenhof, sowie die Herz-Jesu-Kapelle (1899) und das Heilig-Grab-Kirchlein (1691) runden das Museumserlebnis ab.
Der Franzosenfriedhof, die Jaufenburg und das Alm-Museum in Pfistrad werden als Aßenstellen des MuseumPasseier mitbetreut.
Wer war Andreas Hofer?
Ein starker Held oder ein dem Alkohol zugeneigter Wirt und Pferdehändler?in strategisch genialer Oberkommandant oder ein überforderter Partisanenführer? Ein übermenschlicher Hüne oder ein gewöhnlicher Mann mit Bauch und Bart? Ein aktiver Spieler oder ein zufälliger Spielball der Geschichte? Solchen Fragen stellt sich unser zwanzigminütiger Film über Andreas Hofer und seine Zeit. Es wird versucht, die Person Andre Hofers von mehreren Seiten zu beleuchten und das Fazit den Betrachtern zu überlassen.
Im eigentlichen Andreas-Hofer-Raum, dem früheren Stall, in welchem er selbst vor 200 Jahren seine Pferde fütterte, beeindrucken in ihrer Unmittelbarkeit die persönlichen Relikte des Sandwirtes: seine Kleider, der Rosenkranz, Silberring, die Sporen und eine Reihe anderer Gebrauchsgegenstände. Schriftliche und bildliche Belege, zeitgenössische Waffen und Schützenfahnen sowie eine Sammlung von Andreas Hofer Kunst-”Kitsch” Kommerz runden die Ausstellung ab.
Bis weit ins 20. Jahrhundert gab es das alte Passeier. Ein bergbäuerlich geprägtes, extremes Siedlungsgebiet. Der karge Boden ernährte nur durch intensive und einfallsreiche Bearbeitung die Bevölkerung.
Um 1960 änderte sich vieles. Erschließungen, Maschinen, Arbeitsplätze in Handwerk und Industrie sowie der beginnende Tourismus wandelten das Tal nachhaltig.
Mit der neuen Zeit änderten sich die Lebensumstände. Traditionelle Arbeitstechniken, Bauwerke und Lebensformen verschwanden allmählich. Alte Relikte wurden zu Antiquitäten oder verkamen.
Die erweiterten Bestände des Heimatmuseums St. Martin wurden 2001 ins MuseumPasseier übertragen und erzählen ohne nostalgische Beschönigungen vom alten Passeier.
Die wirklichkeitsnahe Wohn- und Lebenssituation auf den Bergbauernhöfen des Passeier lässt sich am besten in einem Freilicht-Bereich durch liebevoll übertragene, ausgestattete Originalgebäude des Tales vermitteln.
Der dominierende Baustoff Holz in der traditionellen Bearbeitung, die niedrigen Räume, die kleinen Fenster, die Geräusche und Gerüche: Eine Zeitreise in eine vergangene Welt, welche nicht sehr weit zurückliegt.
In den vergangenen Jahren wurde ein vollständiger Passeirer Haufenhof in den Hang zwischen dem Wirtschaftsgebäude des Sandhofes und den Kapellen gebaut.
Er vermittelt mit der Schmiede, der wasserbetriebenen Mühle, dem Getreidekasten, Backofen, Wohnhaus und dem Wirtschaftsgebäude, eingebettet in eine gepflegte Hoflandschaft, Eindrücke von der einfachen aber autarken Lebensweise unserer Vorfahren.
Das MuseumPasseier ist von März bis Allerheiligen täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.Letzter Einlass: 17.30 Uhr. Montag ist Ruhetag.
Eintrittspreise pro Person
Führungen
Täglich um 16 Uhr findet eine eineinhalbstündige Führung statt, zu welcher es keine Voranmeldung braucht. Alle anderen Führungen werden nur auf Voranmeldung (mindestens einen Tag vorher) angeboten. Die Mindestteilnehmerzahl beträgt zehn Personen.
Andreas Hofer und der Tiroler Aufstand von 1809 bilden anhand eines animierten Dokumentarfilmes und vieler originaler Ausstellungsstücke den Schwerpunkt im ehemaligen Stall des Wirtschaftsgebäudes.
Im darüberliegenden Stadel ist eine umfangreiche Sammlung zur Volkskunde des Passeiertales untergebracht (Tracht, Möbel, Kunst, Volkskunst, Volksfrömmigkeit, Volksmedizin, Bräuche, bäuerliches Leben, Transport, Handwerk, Persönlichkeiten).
Ein Hörraum bietet individuellen Zugang zu Musik, Sagen, Volkserzählungen und zur Literatur des Tales.
Der Freilicht-Bereich mit zahlreichen übertragenen Gebäuden vom 16. bis 19. Jahrhundert, einem ausgestatteten typischen Passeirer Haufenhof, sowie die Herz-Jesu-Kapelle (1899) und das Heilig-Grab-Kirchlein (1691) runden das Museumserlebnis ab.
Der Franzosenfriedhof, die Jaufenburg und das Alm-Museum in Pfistrad werden als Aßenstellen des MuseumPasseier mitbetreut.
Wer war Andreas Hofer?
Ein starker Held oder ein dem Alkohol zugeneigter Wirt und Pferdehändler?in strategisch genialer Oberkommandant oder ein überforderter Partisanenführer? Ein übermenschlicher Hüne oder ein gewöhnlicher Mann mit Bauch und Bart? Ein aktiver Spieler oder ein zufälliger Spielball der Geschichte? Solchen Fragen stellt sich unser zwanzigminütiger Film über Andreas Hofer und seine Zeit. Es wird versucht, die Person Andre Hofers von mehreren Seiten zu beleuchten und das Fazit den Betrachtern zu überlassen.
Im eigentlichen Andreas-Hofer-Raum, dem früheren Stall, in welchem er selbst vor 200 Jahren seine Pferde fütterte, beeindrucken in ihrer Unmittelbarkeit die persönlichen Relikte des Sandwirtes: seine Kleider, der Rosenkranz, Silberring, die Sporen und eine Reihe anderer Gebrauchsgegenstände. Schriftliche und bildliche Belege, zeitgenössische Waffen und Schützenfahnen sowie eine Sammlung von Andreas Hofer Kunst-”Kitsch” Kommerz runden die Ausstellung ab.
Bis weit ins 20. Jahrhundert gab es das alte Passeier. Ein bergbäuerlich geprägtes, extremes Siedlungsgebiet. Der karge Boden ernährte nur durch intensive und einfallsreiche Bearbeitung die Bevölkerung.
Um 1960 änderte sich vieles. Erschließungen, Maschinen, Arbeitsplätze in Handwerk und Industrie sowie der beginnende Tourismus wandelten das Tal nachhaltig.
Mit der neuen Zeit änderten sich die Lebensumstände. Traditionelle Arbeitstechniken, Bauwerke und Lebensformen verschwanden allmählich. Alte Relikte wurden zu Antiquitäten oder verkamen.
Die erweiterten Bestände des Heimatmuseums St. Martin wurden 2001 ins MuseumPasseier übertragen und erzählen ohne nostalgische Beschönigungen vom alten Passeier.
Die wirklichkeitsnahe Wohn- und Lebenssituation auf den Bergbauernhöfen des Passeier lässt sich am besten in einem Freilicht-Bereich durch liebevoll übertragene, ausgestattete Originalgebäude des Tales vermitteln.
Der dominierende Baustoff Holz in der traditionellen Bearbeitung, die niedrigen Räume, die kleinen Fenster, die Geräusche und Gerüche: Eine Zeitreise in eine vergangene Welt, welche nicht sehr weit zurückliegt.
In den vergangenen Jahren wurde ein vollständiger Passeirer Haufenhof in den Hang zwischen dem Wirtschaftsgebäude des Sandhofes und den Kapellen gebaut.
Er vermittelt mit der Schmiede, der wasserbetriebenen Mühle, dem Getreidekasten, Backofen, Wohnhaus und dem Wirtschaftsgebäude, eingebettet in eine gepflegte Hoflandschaft, Eindrücke von der einfachen aber autarken Lebensweise unserer Vorfahren.
Das MuseumPasseier ist von März bis Allerheiligen täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.Letzter Einlass: 17.30 Uhr. Montag ist Ruhetag.
Eintrittspreise pro Person
- Erwachsene: € 5,-
- Passeirer und Gäste mit TouristCard: € 4,50
- Kinder ab 6 Jahre, Schüler, Studenten, Behinderte
- Militärdienstleistende und Zivildiener: € 2,50
- Gruppen ab 15 Personen: € 3,-
- Schulklassen (2 Lehrer frei): € 2,-
- Familienkarte mit Kindern bis 14 Jahren: € 9,-
Führungen
Täglich um 16 Uhr findet eine eineinhalbstündige Führung statt, zu welcher es keine Voranmeldung braucht. Alle anderen Führungen werden nur auf Voranmeldung (mindestens einen Tag vorher) angeboten. Die Mindestteilnehmerzahl beträgt zehn Personen.
- Eineinhalbstündige Führung € 2,- Aufpreis pro Person
- Für Schulklassen ist der Führungspreis je nach Programm zu vereinbaren































