Wenn Steine reden könnten...
In Stein und Fels verewigt, überliefern uns Burgen und Schlösser vielleicht mehr als andere Sehenswürdigkeiten die Geschichten und Geschicke einer Gegend. Bedeutend wurden die Schlösser in Südtirol im zehnten und elften Jahrhundert, als die Vasallen des Etschtals ihren Kampf gegen die Autorität der Bischöfe und Grafen von Trient, Brixen und Chur aufgenommen hatten und sich von ihren Abhängigkeiten freimachen wollten. Nach dem Tod von Margharete Maultasch, der letzten Gräfin von Tirol, erbten die Habsburger 1363 die gesamte Gegend, und damit begann der langsame Untergang dieser Tiroler Burgen und der Herrschaft ihrer Besitzer. Viele der Schlösser in und um der Kurstadt - die meisten im Villenviertel Obermais- befinden sich in Privatbesitz und sind sogar bewohnt. Nur wenige können besichtigt werden.
"Hingucker": Architektonische Besonderheiten im Focus
Meran und seine Umgebung sind neben Kunst und Kultur auch für seine Baukultur bekannt, die von den Anfängen bis in die Moderne reicht. In der Region wurden in unterschiedlichsten Positzionen Fernrohre – die Hingucker – aufgestellt, die verschiedene Objekte gerichtet sind. Auf einer Tafel finden Sie dazu nähere Angaben.
Schloss Trauttmansdorff
Heutige Anlage des Botanischen Gartens und des neu entstandenen Landesmuseum für Tourismusgeschichte. Aus einem bäuerlichen Gutshof und später einer einfachen Burg entstand im 16. Jahrh. durch einen großzügigen Ausbau das zinnen-gekrönte und mit Loggia gezierte, herrschaftliche Schloss Trauttmansdorff, so benannt nach der Besitzerfamilie. Schon Kaiserin Sissi aus Österreich wusste die sonnige und klimatisch milde Lage des Herrenansitzes zu schätzen und verweilte mehrmals mit ihrer Familie dort, als Gast der damaligen Schlossherrn. Nach dem 2. Weltkrieg verfiel das Schloß zusehends und kam 1977 in den Besitz des Landes Südtirol. Link -->
Landesfürstliche Burg
Museum in der Gallileistr., wenig entfernt von Lauben und Rathaus, im Herzen der Stadt. Elegantes Absteigequartier der Habsburger im 15. u. 16. Jahrh. ein Juwel der Profanbaukunst mit gotischen Einrichtungs- gegenständen aus der Zeit des Kaiser Maximilian I. U. a. finden Sie historische Musikinstrumente- und alte Waffen, einer der ältesten gotischen Prunköfen Europas, die Schlafkammer des Landesfürsten. Öffnungszeiten: Di - Sa. 10 bis 17 Uhr So und Feiertage 10 bis 13 Uhr Führungen auf Anfrage jederzeit. Erwachsene 2,00 € - Kinder ( 4 - 16 ) u. Senioren 1,50 €
Schloss Tirol
Dieses mächtige Schloss überragt den Meraner Talkessel und den Zugang zum Vinschgau und liegt somit von einem strategischen Standpunkt aus in einer ausgezeichneten Lage, um die Eingänge zum Etschtal, zum Vinschgau und den ganzen Meraner Talkessel zu überwachen. Es ist das Stammschloss der Landesfürsten Tirols. Der Bau des Schlosses begann 1138, wobei höchstwahrscheinlich schon früher erbaute Mauern und Gebäude in den Bau miteinbezogen wurden. Der große, gedrungene und Macht austrahlende Schlossbau war ein Wahrzeichen für das mächtige Geschlecht der Grafen von Tirol, die das heutige Land Tirol einigten, nachdem sie die papstfreundlichen Grafen von Eppan besiegt hatten. Nachdem die letzte Regentin, Margarethe Maultasch, zugunsten der Habsburger abgedankt hatte und die Verwaltung nach Innsbruck verlegt worden war, verlor das Schloss immer mehr an Bedeutung und verfiel zusehens; erst ab 1882 wurden wieder Instandsetzungsarbeiten durchgeführt, die teilweise bis zum heutigen Tag anhalten. Heute ist das Schloß fast komplett renoviert und beherbergt das Landesmuseum für Geschichte und Archäologie. Link --> Schloss Tirol
Schloss Fragsburg
Hotel und Restaurant Labers. Die Fragsburg liegt fast 800 m über dem Meeresspiegel und ist somit der höchste Burgenbau Merans ( herrliche Aussicht). Erreichbar in eineinhalb Stunden Gehzeit von der Stadt oder über die idyllische Labersstraße mit dem Auto. Die einfache, aber stilvolle Bauweise des ehemaligen Jagdschlösschens aus dem 14. Jahrh. , die Rundbogenöffnungen der im 16.Jahrh. dazugebauten Loggia und die stilvoll restaurierte Burgkapelle machen das Schloss zu einem wahren Schmuckstück.
Schloss Kallmünz
Am Sandplatz im Stadtzentrum, etwas versteckt hinter einem Parkplatz, ragen einige Zinnen dieser Burg empor. Der erste urkundlich festgehaltene Schlossherr war ein Landesrichter Kallmünz aus Regensburg im Jahr 1460. Auch gegenwärtig ist das Schloss im Besitz einer adeligen Familie. Im Innenhof des Schlosses werden gelegentlich Opern aufgeführt.
Schloss Katzenstein
Unterhalb Labers schön gelegen, war es im 13. Jahrh. der Stammbesitz der Herren von Katzenstein ( mit einer sitzenden Katze in ihrem Wappen). Das Schloss ist eine architektonische Perle. Uralte Zinnen schmücken die Burganlage und verleihen ihr das märchenhafte Aussehen. Das Schloss wurde vor kurzem baulich umgestaltet und zu einer privaten Wohnanlage umfunktioniert.
Schloss Knillenberg
in der Dantestrasse in Obermais. Stolz überragt der mittelalterliche Viereckturm die geschlossene Baugruppe aus dem 17. Jahrh.. Zwei dicke Ecktürme mit geschweiften Hauben, reizende Loggien, der Verbindungsgang mit Spitzbogenöffnungen und die hohe Tormauer verleihen dem Schloss sein reizvolles Aussehen. Lange Zeit war es gesellschaftlicher Mittelpunkt der Adelsleute. Heute ist das Schloss in Privatbesitz ( Barone von Kripp) und von der Familie bewohnt.
Schloss Pflanzenstein
heutiges Palottiheim in Obermais. Das Schloss wird 1227 zum ersten mal erwähnt. Heute wird es vom deutschen Orden der Pallottiner bewohnt. Ein Teil des alten Schlosses ist zur Pension ( Übernachtung mit Frühstück) umgebaut worden.
Ultner Tor
existiert heute nicht mehr, stand ungefähr an der Stelle des heutigen Stadttheaters. 1881 wurde es dem Durchzugsverkehr und der Errichtung des Theaterplatzes geopfert. Ein geschichtliches Kuriosum: Der zum Tor gehörende Stadtturm war Sitz eines Gefängnisses für Schwerverbrecher. Einige Marterwerkzeuge waren darin noch bis zum Niederreißen des Tores zu sehen.
Der Pulverturm
Ruine, die hoch über der Altstadt am Tappeinerweg liegt. Der Turm diente im 16., 17., und 18. Jahrh. zur Aufbewahrung von Sprengpulver. Anfang des 14.Jahrh.- wird erstmals ein "Schloss Ortenstein" als Mittelpunkt des ältesten Stadtviertels Merans "Steinach" erwähnt. Der Pulverturm gehörte früher zur Festungsanlage "Ortenstein", deren Bergfried der Pulverturm war.
Schloss Rametz
Weinkellerei und Restaurant Umsäumt von alten Zinnen steht inmitten eines sonnigen Weingutes der Grafenansitz Rametz. Urkunden erwähnen im 15. und 16. Jahrh. als Schlossherrn - die von Rametz. Vor über hundert Jahren neu ausgebaut, erinnert nur mehr der südlich anschließende Wohnbau und der Turmtrakt an den ursprünglichen Baubestand. Schloss Rametz ist auch deshalb ein beliebter Einkehrort, weil der hochberühmte "Rametzer Burgunder" aus seinem Weinkeller stammt.
Schloss Reichenbach
In Obermais / Reichenbachgasse, knapp oberhalb des Brunnenplatzes. Einfacher Bau mit Turm und Fenstern, im 14. Jahrh. erbaut. Er war Wohnsitz mehrerer Adelsgeschlechter, u.a. der Gräfin Esterhazy.
Schloss Rottenstein
In Obermais, oberhalb des Brunnenplatzes gegenüber Schloss Rundegg. In Privatbesitz: Nachfahren des Erzherzogs Ferdinand Carls von Österreich. Zum ersten Mal 1350 erwähnt, hat das große Schloss mit den zwei charakteristischen Türmen durch Restaurierungen und Umbauarbeiten viel von seiner ursprünglichen Architektur verloren. Es wurde im Laufe der Jahrhunderte von zahlreichen Prominenten als Feriendomizil bewohnt: z.B. von Erzherzog Karl Ludwig I von Bayern, von König Friedrich Wilhelm IV von Preussen, von Kaiserin Karoline Augusta.
Schloss Rubein
Hotel in Obermais. Privatbesitz der Gräfin Eliane du Parc. Märchenhaftes Schloss aus dem 12.Jahrh. mit einem idyllischen Innenhof. Es zählt zu den schönsten Schlössern des Burggrafenamtes. Der fünfstöckige Wohnturm und der wuchernde Park ( 7 ha) mit einem herrlichen Baumbestand verleihen dem Schloss sein stattliches Aussehen. Vor einigen Jahren wurde das gesamte innere der Burg umgebaut und neuzeitlich gestaltet. Die Räumlichkeiten werden von antikem und stilvollem Mobiliar und von einer wertvollen Sammlung von Apotheker-Mörsern geschmückt. In der ersten Hälfte des 13.Jahrh. lebte hier wahrscheinlich der Minnesänger Rubin, der dem Kreis um Walther von der Vogelweide angehörte.































